Von Koreanischen Bauern lernen

Corona. Krise. Korea. Es ist mal wieder Zeit für die Geschichte des Koreanischen Bauern.

Ein Bauer hatte ein Pferd, mit dem er sein Feld bestellte. Eines Tages lief ihm das Pferd davon. Er war wohl unachtsam gewesen. Shit happens. Daraufhin kamen seine Nachbarn und meinten: Oh, Du Armer. Das wird ein schreckliches Jahr für dich werden. Du wirst keine Ernte einholen können und mußt wahrscheinlich Hunger leiden. Der schlaue Bauer aber meinte nur: Man wird sehen.

Nach ein paar Wochen kam das Pferd zurück auf den Hof getrappelt. Im Schlepptau ein Wildpferd, mit dem es sich zwischenzeitlich angefreundet hatte. Nun besaß der Bauer plötzlich zwei Pferde. Wieder meldeten sich die Nachbarn. Oh Du Glücklicher, mit zwei Pferden kannst du ein größeres Feld bestellen. Du wirst nun reich werden. Der Bauer sagte nur: Man wird sehen.

Der Sohn des Bauern versuchte das Wildpferd zuzureiten, wurde dabei abgeworfen und brach sich den Arm. Die Nachbarn konnten sich den Kommentar nicht verkneifen. Oh, Du Armer, stimmten sie wieder an. Zwei Pferde nützen dir jetzt auch nicht viel. Ohne die Hilfe deines Sohnes kannst du nicht viel unternehmen. Pech gehabt. Das wird doch kein gutes Jahr für dich. Der Bauer ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen und meinte trocken: Man wird sehen.

Wieder vergingen einige Wochen. Dann schickte der Kaiser seine Beamten über das Land, um Rekruten für den Krieg zu finden. Der Sohn des Bauern wurde nicht eingezogen, da er einen gebrochenen Arm hatte. Die Nachbarn beneideten ihn: Oh Du Glücklicher, alle unsere Söhne müssen in den Krieg ziehen und werden vielleicht sterben, doch deiner bleibt verschont. Oh Du Glücklicher.

Der Bauer sagte nichts mehr. Er dachte aber bei sich: Man wird sehen.

In schwierigen Zeiten sollte man handeln und denken wie dieser schlaue Mann. Alles Schlechte kann auch etwas Gutes in sich tragen. Mit etwas Gelassenheit bleibt man gesund. Früher oder später kann sich das Blatt wenden. Die Flinte ins Korn zu werfen, nützt niemanden. Mit der nötigen inneren Ruhe kommt man über die schlechten Zeiten hinweg und verhindert Panik.

Die meisten Menschen kennen die Erfahrung des Bauern. Sie haben in der Vergangenheit schon Dinge erlebt, die sie fast verzweifeln ließen. Doch mit der nötigen zeitlichen Distanz begreift man oft, daß das vermeintlich Schreckliche, das sich einmal wie der Weltuntergang angefühlt hat, den Samen für neues Glück in sich trug. Und genauso wird es auch mit der dieser Krise sein. Die Zeit ist hart. Niemand hätte sich diese Erfahrung gewünscht, doch es wird so sein, daß jeder etwas lernt, sich persönlich weiterentwickelt und eines Tages mit mehr Gelassenheit auf die Wandlungen des Lebens schauen wird. Wir alle werden sehen.

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