Rauchen zieht die Götter (nicht) an

Wenn man sich mit Rauchern unterhält, hört man eine ganze Reihe von guten Argumenten für das Laster. Eines der ältesten bezieht sich auf ein Zitat der Indianer: „Rauchen zieht die Götter an“. Diese übernatürliche Verbindung läßt sich leicht erklären. Rauch steigt nach oben, in den Himmel, wo Menschen seit jeher höhere Wesen vermuten. Das Rauchen läßt einen in Kontakt mit höheren Mächten kommen, die einen vielleicht sogar bei der Lösung irdischer Probleme unterstützen.

Kreative Menschen, wie der Schriftsteller Paul Auster, bedienen sich des Nikotins oder anderer Drogen, um einen Seelenzustand zu finden, bei dem die Gedanken wie der Rauch in andere Sphären vordringen, um Wissen und Ideen zu erlangen, die dem irdischen Bewußtsein verborgen bleiben. Doch ist es tatsächlich der Rauch oder das Rauchen, das fantastische Ideen anzieht?

Auch in Unternehmen beschwören Menschen, die integrative und angeblich für Stress heilsame Wirkung der Raucherpause. Wenn man sich mit anderen eine Pause gönnt, kann man nicht nur in sprichwörtlicher Hinsicht Dampf ablassen, man findet auch schneller Kontakt zu anderen Menschen und damit soziale Unterstützung in Form von guten Ratschlägen und helfenden Händen. Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien, die dafür sprechen, daß Rauchen und Bewegungsmangel immer noch nicht so schädlich sind, wie das Gefühl der sozialen Isolation.

Pseudowissenschaft, magisches Denken und soziale Unsicherheit öffnen dem Irrationalen Tür und Tor. Um so wichtiger ist es, die Dinge hin und wieder etwas nüchterner zu betrachten, um danach vielleicht die eine oder andere Droge aufzugeben. Das Rauchen hat nachweislich extrem schädliche Konsequenzen für den Organismus und der Heilige Geist fährt nicht automatisch in Menschen, die ihre Gesundheit opfern.  Ursache und Wirkung bedürfen einer genauen Analyse. Wer genauer hinsieht, erkennt daß der entscheidende Faktor die Pausen sind.

Wer eine Pause einlegt, löst sich aus der festgefahrenen Suche nach Lösungen. Er verläßt den Problemraum und geht mit netten Kollegen vor die Tür. Der innere und äußere Abstand von Belastungsfaktoren hat den positiven Effekt, daß man sich entspannt und wer mental losläßt, erlaubt es seinem Gehirn und seinem Unbewußten gleichzeitig entfesselt nach Antworten zu suchen.

Hören sie auf zu Rauchen und machen sie trotzdem Raucherpausen, könnte die Losung für Lösungen lauten. Wer das macht, beweist Gelassenheit. Er bekommt den Kopf frei und das Herz füllt sich gleichzeitig mit guten Gefühlen in der verständnisvollen Gemeinschaft. Bekanntlich fördern gute Gefühle die Kreativität, was zusätzlich dabei hilft, die Dinge anders und neu zu sehen. So muß am Schluß auch nicht jede Pause doppelt effektiv sein. Man muß gar nicht entspannen und unbewußt weiterarbeiten. Wenn nur eines von beiden eintritt, wäre es schon ein Gewinn, der durch den Nutzen für die Gesundheit sogar noch getoppt wird.

Ganz am Schluß komme ich noch einmal auf das Zitat oben zurück. Wer weiterkommen will, befreit sich vom Ballast des Augenblicks. Er macht eine Pause, gemeinsam mit netten Menschen und in einem Umfeld, das die menschliche Natur schützt und stärkt, die Natur selbst. Gehen sie ruhig vor die Tür, setzen sie sich auf eine Bank neben einen Baum und halten sie einen kleinen Plausch mit sich und anderen. So oder ähnlich hat es schon Buddha gehalten (unter einem Baum meditiert es sich am besten). Das ist ein Bild für die Götter und das Leben, das ihnen sicher besser gefällt als stinkender, kalter Rauch. Was sind Raucherpausen ohne Rauch: Meditation in der Gemeinschaft. Was könnte die Götter mehr anziehen. Miteinander reden zieht die Götter an.

tec-postlist

Über Innere-Staerke

Dipl.-Psychologe und Spezialist für Stressmanagement und Soziale Kompetenz. Teamtrainer und Berater in Personalentwicklung und Personaldiagnostik. Gründer von Innere Stärke Trainings und Coachings und Personalentwicklung3000
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar