Warum Leider wichtig ist

Nein-Sagen ist für viele Menschen eine Herausforderung. Gerade wenn man einen inneren Antreiber in sich hat, der einem befiehlt: Mach es allen recht. Doch Nein-Sagen kann man üben. Wer oft Nein sagt, wird bald feststellen, daß es gar nicht so schlimm ist. Die sozialen Kontakte lösen sich nicht alle auf. Man wird im Gegenteil feststellen, daß sich nur jene Menschen fernhalten, denen man ohnehin schon immer egal war. Echte Freundschaft läßt sich eben nicht am Grad der Ausnutzbarkeit festmachen. Sie wächst sogar mit einer klaren Kante.

Doch Vorsicht: Man sollte nicht zum Egoisten werden. Wer eine gefühlsundurchlässige Elefanten-Arschloch-Haut entwickelt, wird auch keine befriedigenden zwischenmenschlichen Beziehungen erleben. Er oder sie mag cool erscheinen und sogar eine Menge von Bewunderern um sich scharen, doch mit Liebe und Freundschaft hat das auch nichts zu tun. Wer keine Trauer und Einsamkeit empfindet, führt deshalb noch kein glückliches Leben.

Das Gegenteil vom Arsch ist das Herz. Und darauf kommt es an. Wer Nein sagt, sollte das auf einfühlsame Art und Weise machen. Ehrliches Verständnis für Menschen, die Hilfe brauchen, gehört dazu. Diese Haltung kann man durch ein Wort vermitteln: Leider. Niemand sollte aus reinem Mutwillen Nein-Sagen (zumindest nicht auf Dauer, zum Üben ist es okay), sondern, weil man stattdessen tatsächlich etwas Wichtiges zu tun hat, das keinen Aufschub erlaubt. Auf die eigene Gesundheit zu achten und Selbstfürsorge zu betreiben, gehört mit Sicherheit dazu. Und trotzdem darf es einem leid tun, daß man dem anderen gerade nicht helfen kann. Und das darf, ja sollte man auch sagen, wenn man die Beziehung zum anderen nicht nachhaltig gefährden möchte. Ein Nein klingt für niemanden schön und Menschen, die einem etwas bedeuten (Kollegen, Freunde, Familie), frustriert man nicht grundlos. Deshalb ist es richtig zu sagen: „Ich kann diese Aufgabe leider nicht für dich übernehmen…“, „Leider habe ich schon etwas anderes vor…“. Das einfache Wort leider, signalisiert dem anderen, daß man kein kaltschnäuziger Egoist ist, dem andere egal sind. Es zeigt Mitgefühl und Respekt zugleich. Und es kostet dem Nein-Sagenden keinen großen Aufwand bei maximaler Risikominimierung. Wer noch eine Spur freundlicher sein möchte, bietet dem Fragenden eine Alternative an: „Frag doch einmal XY…“, „Nein, aber probiere es doch mal auf diese Weise…“.

Einfühlsames Nein-Sagen ist wertschätzend und einfühlsam zugleich. Es ist nicht egoistisch und erlaubt es, die eigenen Interessen und Bedürfnisse ernst zu nehmen. Wer sozial verträglich und mit Herz Nein sagen will, achtet auf sein Gefühl, sagt ehrlich Nein und bietet eine gute Alternative an. Denn die Welt braucht definitiv weniger Arsch und mehr Herz. Nachhaltiger als die LMAA-Methode (Leck mich am A…) ist sicher die LNAA-Strategie (Leider-Nein-Aber-Alternative).

Mehr kann man an dieser Stelle leider nicht sagen. Wer das Nein-Sagen vertiefen und perfektionieren möchte, kann aber jederzeit Ja zu einem Kurs „Easy Stressmanagement“ oder „Easy Stressmanagement durch soziale Kompetenz“ (GSK – Selbstsicherheitstraining) sagen.

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