Das beste Mittel für mehr Konzentration ist Ablenkung

In der Literatur und im Internet wimmelt es von Zeitmanagement-Mythen. Eine scheinbar allgemeingültige Empfehlung aus diesem Umfeld lautet: Minimieren sie Ablenkungen und konzentrieren sie sich auf die Aufgabe vor ihnen. Man spricht dabei auch gerne von „Zeitdieben“. Ablenkungen sind danach Diebe, die einem die Konzentration stehlen und dazu führen, daß man wichtige Arbeits- und Lebenszeit verschwendet. In Wahrheit ist es wohl umgekehrt: Menschen werden effektiv, wenn sie sich nicht ständig auf eine Sache konzentrieren und kleine Ablenkungen zulassen.

Für diese Annahme sprechen Untersuchungen von Alejandro Lleras und Atsunori Arifa von der Universität von Illinois. Die Forscher ließen Probanden am Computer eintönige Arbeit verrichten. Eine der Versuchsgruppen wurde dabei zweimal durch das Einblenden einer vorher gelernten Zahlenreihe „abgelenkt“. Genau in dieser Ablenkungsgruppe blieb die Aufmerksamkeit erstaunlicher Weise bis zum Schluß sehr hoch. Der Schluß-Interpretation der Wissenschaftler: Kleine Ablenkungen wirken wie Mini-Pausen, die die Konzentrationsfähigkeit und damit die mentale Leistungsfähigkeit dauerhaft stabil und hochhalten. Wer ab und zu losläßt, erreicht mehr.

Will man diese Ergebnisse praktisch umzusetzen, ist es also ratsam, seine Arbeit immer wieder für ein paar Augenblicke zu unterbrechen. Der Gang in die Kaffeeküche oder der Plausch mit dem Kollegen über den Schreibtisch ist wie ein Mini-Fitness-Programm für den Geist.  So beugt man der Wahrnehmungs-Ermüdung vor. Diese kleinen Ablenkungen sind für den Verstand wie das Öffnen eines Fensters in einem stickigen Raum. Es strömt wieder frische Luft hinein und anschließend hat man mehr Sauerstoff im Gehirn, um besser konzentriert Probleme zu lösen.

Für Menschen, die einen besonders hektischen Arbeitsalltag haben und allein die Vorstellung einer richtigen Pause ein Graus ist, kommt hier vielleicht die 20-20-20-Regel in Frage. Sie besagt, daß man alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf einen 20 Meter entfernt liegenden Punkt sehen sollte, um die Augen – Fenster der Seele – zu öffnen bzw. zu entspannen.

Wer jetzt Lust auf einen Kaffee bekommen hat oder seine Einsichten gerne mit dem Nachbarn teilen möchte, ist herzlich dazu eingeladen. Im Alltag mag eine einfache Achtsamkeitsübung oder die Lenkung der Aufmerksamkeit auf Erfolge der letzten Wochen wie eine Frischzellenkur für die Seele sein. Wie das genau geht und was es sonst noch gibt, um sich zu entspannen, Kraft zu tanken und dem Stress ein Schnippchen zu schlagen, kann man im Easy-Stressmanagement-Workshop von Dipl.-Psych. Thomas Lang lernen. Und wer meint, daß er keine Zeit dafür hat, braucht diese Art von Ablenkung vielleicht am dringendsten.  Die positive Wirkung dieser 2tägigen Pause vom Alltag wird sicherlich überraschen.

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