Unsicher – na und?!

Wenn Sie sich hin und wieder (oder auch öfters) sozial unsicher fühlen, mag Sie der Titel dieses Artikels überraschen. Tatsächlich beinhaltet er ein sehr hilfreiches Rezept, um sehr schnell und effektiv Selbstsicherheit und soziale Kompetenz zu entwickeln.

Sozial unsichere Menschen leiden in der Regel unter zwei Ängsten

a) Zunächst ist da einmal die Angst, in der Öffentlichkeit etwas Bestimmtes zu tun (z.B. Frei sprechen, zu einem Fremden Kontakt aufnehmen, Nein-Sagen etc.)

b) Die Angst, dass andere ihre Angst bemerken (…und sie dafür eventuell abwerten)

Es liegt in der Natur der Sache, dass Angst Energie kostet. Bei Angst zeigt der Körper die typische Stress-Reaktion. Der Organismus richtet sich auf Kampf oder Flucht ein. Das Herz rast, die Pupillen weiten sich, die Atmung wird beschleunigt und so weiter. All das nimmt physische und psychische Ressourcen in Anspruch. Noch mehr Energie wird verschwendet, wenn man krampfhaft versucht, die Angst zu unterdrücken und zu verheimlichen. Unsichere ängstliche Menschen befinden sich also häufig in einem Zustand erhöhter körperlicher Aktivierung, der zwangsläufig zur Erschöpfung (Burn-out) führen muss.

Wie könnte nun ein Ausweg aussehen? Die Antwort lautet: Stehen Sie zu Ihrer Unsicherheit. Wenn Sie ängstlich und unsicher sind, geben Sie es einfach zu. Mit dieser Offenheit verbindet sich eine Reihe von Vorteilen und man schlägt mehr als 2 Fliegen mit einer Klappe.

1. Wenn Sie einfach sagen, dass Sie unsicher sind, können Sie endlich damit aufhören, Ihre Kraft für die Unterdrückung der Angst zu verschwenden. Sie haben also viel mehr Energie zur Verfügung, um sich auf die eigentliche Aufgabe zu konzentrieren. Sie sind körperlich entspannter und Ihr Verstand arbeitet besser.

2. Wenn Sie einfach zu Ihrer Angst stehen, überwinden Sie sie im Grunde schon. Sie sind nämlich so mutig, etwas zu tun, das in unserer Gesellschaft leider noch nicht Gang und Gäbe ist. Sie zeigen “Schwäche” (was eigentlich eine Stärke ist) und begehen so einen kleinen Tabubruch. Wer sich gegen Konventionen erhebt, überwindet seine unbewusste Angst vor sozialer Bestrafung (Zurückweisung). Er wird zum wahren Helden!

3. Dieses Erfolgserlebnis bei der Überwindung der Angst führt dazu, dass auch die Motivation steigt, die Aufgabe anzugehen, vor der man sich bisher scheute (z.B. Rede halten). Motivation und das Mehr an Ressourcen (s. Punkt 1) lassen auch hier die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg steigen. Auf diese Art und Weise kann ein himmlischer Kreislauf in Gang gebracht werden: Überwindung der Angst wegen der Angst abgelehnt zu werden → Bestätigung, Motivation, Energie → Überwindung der Angst vor sozialen Situationen → Erfolg.

Beginnen Sie also, sich zu Ihrer Unsicherheit zu bekennen. Sie werden vermutlich Sympathie ernten. Andere können sich mit Ihnen identifizieren. Wer war nicht schon einmal irgendwo unsicher?! Also, Ihr Motto für die Zukunft: Unsicher – na und?!

Wenn Sie jetzt noch analoge Anschubsmotivation wünschen, empfehle ich dieses Lied und eine stille Zen-Meditation über Selbstsichere Menschen, die sich zu ihrer Unsicherheit bekennen…

 

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