Stressprävention im November

Der Herbst ist da. Die Tage werden kürzer und feuchter. Über der Stadt hängt oft tagelang ein grauer Himmel. Die Menschen fangen an zu husten und wirken blass und kränklich. All das ist nicht unbedingt angetan die Stimmung zu heben. Melancholie macht sich breit. Der November schreit stumm nach Stressmanagement.

Ein bekanntes Sprichwort sagt: Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Limonade daraus. Übertragen auf das Thema psychische und körperliche Gesundheit im Herbst könnte das Folgendes bedeuten.

1. Nutzen Sie die herbstliche Zeit pro aktiv zu Einkehr und Selbstreflexion. Manchmal trägt man Beschwerden und Probleme wie einen unsichtbaren Rucksack mit sich herum. Es fühlt sich alles so schwer dann, doch die Ursache ist nicht immer klar. Schreiben hilft tatsächlich. Gerade wenn es um die Bearbeitung von diffusen negativen Gefühlen geht, hat sich ein kleiner kreativer Schreibausflug bewährt. Indem sie ihre Befindlichkeit in Worte fassen und nach Ursachen forschen, lösten sie sich von der emotionalen Verstrickung. Sie stimulieren die linke Gehirnhälfte und damit ihr rationales Denken. In der Folge gewinnen Sie an innerer Klarheit, sowohl emotional wie kognitiv. Der Rat lautet also: Machen Sie in dunkler Zeit ein Lichtlein an, setzen Sie sich an den Schreibtisch und erzählen Sie sich selbst, wie es ihnen warum geht. Danach fühlen Sie sich besser.

2. Gehen Sie in die Natur. Zu keiner Zeit ist der Wald oder auch der Park so bunt wie im Herbst. Die Luft ist frisch und die angenehme Kühle lässt sie auch bei ausgedehnten Wanderungen nicht aus der Puste kommen. Tatsächlich ist die Natur auch in dieser grauen Jahreszeit ihr Verbündeter. Bei Spaziergängen atmen sie pflanzliche Stoffe ein, die das menschliche Immunsystem stärken. Die Natur bereitet ihnen im Herbst also nicht nur Trübsinn, sie regt die Sinne auch gleichzeitig an und fördert die Lebendigkeit.

3. Schauen Sie sich traurige Filme an. Sie sind in Herbstlaune? Natürlich könnten Sie zum Stimmungsaufheller einer Komödie greifen. Das wirkt auch. Alternativ rate ich zu einem schön traurigen Nicholas Sparks Film, an dessen Ende die Heldin stirbt. Studien belegen, dass solche Art von Filmen, den Menschen helfen, der eigenen Traurigkeit zu begegnen und sie mit den Filmdarstellern gemeinsam abzubauen. Elton John hatte auch Recht. Sad Songs (or movies) helfen frei zu werden und sich wieder besser zu fühlen.

Schreiben, Spazierengehen und schön traurige Filme sind das ideale Stressmanagement für den Herbst. Gefühle, auch die negativen, haben eine Funktion für uns Menschen. Sie versöhnen uns mit dem Leben, das immer Wandel ist, auf einer tieferen Ebene. Der Herbst bringt uns mit Traurigkeit und Vergänglichkeit in Berührung. Wenn wir dieses Geschenk annehmen, führt er uns ins Leben zurück.

Weitere Anregungen für ein Stressmanagement im November bietet der Kurs “Easy Stressmanagement” im Lazarus Gästehaus am 25. und 26. November. Neben Methoden der körperlichen Entspannung wie Progressiver Muskelrelaxation und Autogenem Training bietet der Kurs auch viele Impulse zum Thema Achtsamkeit. Methoden, die dem bekannten MBSR (Mindfulness Based Stress Reduction nach Kabath-Zinn) entlehnt sind, werden auf die Bedürfnisse des modernen Stadtmenschen angepasst. Achtsamkeit für Büro und Alltag. Hinzu kommen Übungen, die helfen, überholte Denkmuster zu verändern. Perfektionismus erzeugt Druck. Aufgeklärter Perfektionismus erzeugt Lebensfreude und langfristig Top-Ergebnisse. Natürlich wird auch dem Thema Kommunikation Beachtung geschenkt. Die Teilnehmer erfahren, wie Kleinigkeiten im Umgang miteinander, dramatische positive Veränderungen hervorrufen können.

Der November ist ein Monat der Arbeit und der Vorbereitung. Mit der richtigen Haltung und etwas Neugierde kann der zum Monat der Selbsterkenntnis und des Wandels werden.

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