Soziales Engagement ist das beste Stressmanagement

Stressmanagement-Tipp Nummer 4 hört sich zunächst paradox an, ist aber wissenschaftlich abgesichert (die Webseite von Elisabeth Dunn von der Columbia University bietet zahlreiche Informationen. Hier eine Reihe von Beispielartikeln auf Englisch).

Stellen Sie sich vor, Sie bekämen 20 Euro im Rahmen eines kleinen Experiments geschenkt. Sie haben die Freiheit, sich dafür etwas Schönes zu gönnen oder das Geld zu nutzen, um einem Freund oder einer Bekannten eine Freude zu bereiten. Wie würden Sie sich entscheiden?

In jedem Fall würde die Aktion dazu beitragen, Ihr persönliches Wohlbefinden zu verbessern. Der Effekt wäre aber stärker, wenn Sie das Geld dafür einsetzen, jemand anderen glücklich zu machen. Wenn Sie Stress also wirklich effektiv senken und sich selbst auf Dauer in eine gute Stimmung versetzen wollen, denken Sie nicht nur an andere Menschen, tun sie auch etwas für andere.

Dabei hat Ihre Fantasie freie Hand. Ein kleines Geschenk wäre eine mögliche Idee. Sie können aber auch jemandem beim Umzug helfen oder dem Kollegen etwas von seiner Arbeit abnehmen. Indem Sie den Stress der anderen reduzieren, steigern Sie ihr persönliches Wohlbefinden. Ping-Pong-Stressmanagement sozusagen.

Wie ist diese Wirkung zu erklären? Eine denkbare Lösung für dieses Paradox hält das so genannte Reziprozitätsgesetz parat. Es besagt im Kern, dass Menschen, die etwas bekommen, das Bedürfnis entwickeln, für einen Ausgleich zu sorgen. Vermutlich hängt es mit evolutionsgeschichtlichen Prägungen zusammen, die Menschen dazu motivieren, in der Gemeinschaft auf fairen Austausch zu achten. Die Akzeptanz in der Gruppe war überlebenswichtig, also tat man alles, um von den anderen auf Dauer anerkannt zu werden. Wer nahm, mußte auch geben, sonst wurde er/sie schnell zum Außenseiter. Wir geben also gerne, weil wir unbewusst auf eine Erwiderung hoffen, die sich dann, gemäß diesem Naturgesetz der Psychologie auch tatsächlich oft einstellt.

Es existieren sicher noch weitere mögliche Erklärungsansätze. Wichtiger als das Verstehen, ist aber das Handeln und die positive Wirkung. Probieren Sie es! Stressprävention durch geben. Flow dank Freude.

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