Sekundäre Sorgen, Ade!

Das Leben hälte wahrlich genug an Herausforderungen für einen bereit. Eigentlich ist es gar nicht notwendig, dass man sich selbst zusätzliche Probleme bereitet. Dysfunktionale Gedanken erweisen sich aber nicht nur als Hindernis und Stressverstärker, sie werden oft selbst zum wesentlichen Problemen.

In Fachkreisen spricht man von einer sekundären Störung. Was ist damit gemeint?

Stellen Sie sich zunächst eine der Herausforderungen vor, vor der Sie stehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es darum geht, ein neues Computerprogramm zu lernen, den Chef zur Aussprache zu bitten oder einem Freund freundlich zu sagen, dass er nicht spät Abends unangemeldet vor Ihrer Haustür steht. Alles, was ein Mensch vor hat und was noch nicht getan ist, bedeutet eine Herausforderung. IST und SOLL sollen in Einklang gebracht werden.

Wenn man ein Problem lösen will, bedarf es dafür mindestens Know-how und Motivation. Das eine und das andere steht nicht immer sofort zur Verfügung. Teilweise bedeutet das, dass man sich vorbereiten muss. Sind die Voraussetzungen dann endlich geschaffen, kann man ans Werk gehen und den Plan mit den richtigen Instrumenten Schritt für Schritt in die Tat umsetzen. Auf diesem Weg befreit man sich von seinem primären Problem. Man wird die Sorgen erster Stufe los!

Viele Menschen vergrößern die Aufgabe, vor der sie stehen, indem sie sich Sorgen wegen der Probleme ersten Grades machen (s. Schaubild). “Was ist wenn ich es nicht schaffe?”, “Was könnte alles schief gehen?”, “Warum muss gerade ich vor diesem Problem stehen?”. Solche und ähnliche Fragen haben durchaus eine rationale Berechtigung. Die Frage ist: Helfen Sie das eigentliche Problem zu lösen?

Im Gegenteil! Sie lenken von der eigentlichen Aufgabe ab und verleiten einen dazu, sich mehr mit sich selbst zu beschäftigen. Anstatt sich hinzusetzen und zulernen oder das unangenehmen Gespräch vorzubereiten und dann konsequent zu führen, ist man bemüht, die eigenen Ängste und Sorgen in den Griff zu bekommen. Man beschäftigt sich nur noch mit sich selbst und die Probleme bekommen mit der Zeit ein Gewicht, das sie nie gehabt hätten, wenn man sie beherzt angegangen wäre. Auf Dauer kann diese zusätzliche Belastung Stress bis hin zum Burn-Out zur Folge haben.

Der Psychologe Julius Kuhl spricht von so genannter “Lage-orientierung”. Man ist gelähmt und hadert mit sich selbst und der eigenen Situation. Die Kunst besteht nun darin, wieder in die “Handlungs-Orientierung” zu kommen. Das heißt, es muss darum gehen, den Blick nach Außen zu richten und das Problem “bei den Hörnern” zu packen.

Der beste und einfachste Weg dorthin besteht darin, den “Gedanken- oder Sorgen-Stopp” anzuwenden. Das geht so:

1. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Ängste und Sorgen
2. Ballen Sie die Faust und machen Sie eine resolute Bewegung (Hauen Sie auf den Tisch!)
3. Sagen Sie laut “STOP!”
4. Denken Sie an etwas Positives und Motivierendes (vorher überlegen!)
5. Konzentrieren Sie sich jetzt auf die Aufgabe und machen Sie sich ans Werk.

Das klingt einfach. Ist es auch, vorausgesetzt Sie MACHEN es und so schrittweise die Erfahrung, dass manche Dinge sehr viel schwerer aussehen als sie sind und Sorgen in 99% aller Fälle überflüssig sind.

 

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