Pausen-Management

Wie Sie vielleicht an dem zeitlichen Zwischenraum zwischen diesem und dem vorherigen Artikel festgestellt haben, praktiziere ich die Empfehlungen, die ich hier gebe.

Heute lautet das Thema: Pause. Der Stressreport 2012 verdeutlicht, weshalb so viele Menschen im Stress sind. Sie vernachlässigen die Zeiten der Regeneration. Anstatt sich hin und wieder eine Auszeit zu gönnen, reißen sie immer mehr Aufgaben an sich. Es sind die Menschen, die am meisten arbeiten, die die wenigsten Pausen machen (s. Abbildung).

Klar, werden Sie vielleicht sagen. Wer viel arbeitet, hat eben wenig Zeit für Pausen. Das ist ein verhängnisvoller Fehlschluss, impliziert er doch, dass nur jene, die ein geringeres Arbeitspensum absolvieren, in den Genuss von Erholung kommen dürfen. Mehr noch – hier wird der Verdacht nahe gelegt, dass Menschen, die Pausen machen, vielleicht nicht genügend zu tun hätten. Ist die Pause am Ende ein Zeichen für Faulheit?

Tatsächlich geben sich viele Menschen diesem Irrglauben hin. Ein Irrglauben ist es dewegen, weil längst bekannt ist, dass Körper und Geist gerade (!) in Phasen der Ruhe höchst aktiv sind. Wenn man sich ausruht, verschafft man sich erst die Gelegenheit, dass vorher hart Erarbeitete sinnvoll zu nutzen. Wer Sport macht weiß, dass tägliches Training nicht den gleichen Erfolg hat wie Intervalltraining. Muskelmasse beispielsweise baut sich zwischen den Trainingseinheiten auf. Das Gleiche gilt für das Lernen. Noch immer gibt es Menschen, die dem Mythos anhängen, man könnte tagelang (oder sogar nächtelang) Informationen aufnehmen und verarbeiten. Psychologische Untersuchungen zeigen aber eindeutig, dass die Aufnahmefähigkeit des Gedächtnisses nach wenigen Stunden erschöpft ist. Weniger ist manchmal tatsächlich mehr. Weniger Arbeit und ein Mehr an Pausen führt zu verbesserter Effektivität und Effizienz.

Der berühmte Satz des Zeitmanagements gilt: Wenn du in Eile bist, geh langsam. Mehr noch: Wenn du in Eile bist, mach eine Pause. Nimm dir die Zeit, mit Genuss aufzutanken, das, was war zu reflektieren, um dann mit mehr Klarheit die vor dir liegenden Aufgaben zu bewältigen.

Es ist ein Phänomen, dass die Menschen, die am dringendsten Stressprävention bräuchten, diese lehrreiche Pause vom Alltag immer weiter hinauszögern. Manchmal ist man so im Hamsterrad des Stress gefangen, dass jeder Augenblick der Ruhe wie eine neue Bedrohung wirkt.

Hier mein Rat: Nehmen Sie sich jetzt diese Pause. Jetzt. Schließen Sie gleich die Augen und konzentrieren Sie sich einfach nur auf ihren Atem. Lassen Sie alle Gedanken an wichtige Aufgaben einfach vorüberziehen. Kehren Sie mit ihrem Bewusstsein immer wieder zu ihrem Atem zurück. Er geht von ganz allein. Gleichmäßig und ruhig….

Vielleicht finden Sie ja Gefallen am Pausieren. Wenn ja, wäre jetzt vielleicht der richtige Zeitpunkt für eine zukunftsweisende Aktion des Friedens und der Inneren Stärke: Ein ganzer Kurs in Stressprävention oder nennen wir es ruhig….erfolgreiches Pausen-Management.

 

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