Nicht klatschen, entspannen! Aufgeklärter Perfektionismus

Einst ging ein Mann in die Hände klatschend durch die Straßen. Ein Passant wunderte sich und fragte den Mann: „Warum klatschen Sie denn ständig in die Hände?“ Der erwiderte: „Um die Elefanten zu vertreiben.“ Der Passant verstand nicht und fragte nach: „Aber hier sind doch gar keine Elefanten?“ „Richtig“, gab ihm der Mann zurück, „sehen Sie, es funktioniert.“

Dieser Witz taucht auch in Watzlawicks berühmtem Buch „Anleitung zum Unglücklichsein auf“. Er ist sozusagen DIE klassische Parabel für Menschen, die unnütze Dinge tun, sich aber durch die scheinbaren Resultate bestätigt sehen.

Welche Elefanten jagen Sie?

Der Mann in der Geschichte verwendet einiges an Zeit und Energie auf sein Klatschen. Es ist zu vermuten, dass es ihm ein starkes persönliches Anliegen ist, keinen Elefanten zu begegnen. Im Hintergrund lauert also eventuell so etwas wie Sorgen oder sogar Angst. Das sinnlose Klatschen ist für ihn eine perfekte Lösung.

Ähnlich verhält es sich bei vielen Menschen, die darauf erpicht sind, möglichst in allem, was sie tun, 100%, am besten 150%, zu geben. Sie strengen sich an, sie jagen nach jedem kleinen Fehler oder auch nur der Andeutung eines Fehlers, weil sie befürchten, dass ein Unglück geschieht, wenn sie nicht ihre hohen persönlichen Standards erfüllen.

Perfektionismus ist gelernt und er bestätigte sich immer wieder selbst, wenn man mit Riesenaufwand wundervolle Erfolge erzielt. Beruhigend ist das für einen gewissen Zeitraum. Ein stressfreies und glückliches Leben aber sieht anders aus. Wer mit dem „Klatschen“ aufhören will, braucht Folgendes:

  1. Menschen, die ihm die Angst vor Fehlern nehmen
  2. Mut, zu scheitern
  3. Ein gereiftes Selbstwertgefühl, das unabhängig
    von Leistungen ist
  4. Kreativität
  5. Die Fähigkeit zu entspannen

Mit diesen Voraussetzungen lässt es sich gut experimentieren. Wenn der Perfektionist zum Wissenschaftler wird, traut er sich, seine Hypothesen über die Wirklichkeit zu hinterfragen. Das höchstwahrscheinliche Ergebnis wird sein: Aufgeklärter Perfektionismus.

In bestimmten Situationen, bei bestimmten Aufgaben ist es erforderlich, möglichst alle Fehler auszuschließen. Hier kann man versuchen, sein Bestes zu geben. Der Aufwand lohnt sich sozusagen.

Bei anderen Aufgaben ist das Risiko eines gravierenden Verlustes so gering, dass man es getrost in Kauf nehmen kann. Selbst wenn der worst case eintritt, geht die Welt nicht unter. Erfahrungsgemäß kommt es nicht dazu und das Leben ist auf einmal viel entspannter. Man hat viel mehr Zeit, für die Dinge, die einem wirklich wichtig sind.

Wenn Ihnen Gesundheit und Work-Life-Balance wichtig sind,freue ich mich auf ihre Teilnahme in einem 100%ig entspannenden Easy-Stressmangement-Seminar, garantiert ohne Elefanten.

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