Mir gefällt ihr Schnurrbart (GSK-Training)

Sozial kompetente Menschen fühlen sich wohl in Gesellschaft anderer. Sie strahlen dieses positive Gefühl aus. Der andere nimmt es wahr und spiegelt es unbewußt wider. So versetzt er sich selbst in gute Stimmung, die wiederum mit seinem Gegenüber verknüpft ist. Er freut sich, den anderen zu sehen. Er gewinnt ein positives Fremdbild. Soziale kompetente Menschen sind beliebt und in der Folge auch erfolgreich.

Tatsächlich gibt es sehr effektive Methoden, um zu lernen, sich mit anderen wohl zu fühlen. Es ist tatsächlich eine Trainingsaufgabe, denn unabhängig von genetischer Veranlagung werden Menschen sozial erzogen. Die Eltern sind die ersten Sozial- und Trainingspartner. Im Kindergarten geht es weiter mit der Sozialerziehung. Selbstverständlich spielt die Schule mit all ihren Anerkennungen und Niederlagen eine wichtige Rolle für den Aufbau sozialer Kompetenz. Je früher man anfängt zu lernen, um so nachhaltiger ist die Wirkung. Das bedeutet aber im Umkehrschluß nicht, daß man als Erwachsener oder auch erst nach dem Erwerbsleben nicht mehr lernen könnte. Die Voraussetzungen verändern sich, doch wenn man den Lernansatz verändert, kann man sich auch im fortgeschrittenen Alter noch verändern und damit – siehe oben – sozial verbessern.

Das Gruppentraining sozialer Kompetenz (GSK) ist ein strukturierter Ansatz zur Förderung sozialer Kompetenzen. Das Erfolgsrezept ist hier das Feedback in Kombination mit dem Trick der äußeren Distanzierung. Wer sich von außen betrachtet, beispielsweise in Videoaufnahmen, verändert die Perspektive. Man erkennt sich noch einmal neu. Erkenne dich selbst, lautet der Spruch über dem Orakel von Delphi, das den Kriegern der Antike die Zukunft voraussagte. Wer sich selbst, seinen Stärken und seine Entwicklungspotentiale im sozialen Kontakt erkennt und anschließend trainiert, um sich zu verbessern, dem ist eine wunderbare glückliche Zukunft zu prognostizieren.

GSK-Training hilft mittel- und langfristig sich besser durchzusetzen, Konflikte konstruktiv zu lösen und macht Mut, mehr auf andere Menschen zuzugehen. Wer kontinuierlich übt, dabei auch den einen oder anderen Rückschlag aushält und innere Blockaden überwindet, kann nicht anders als erfolgreich sein. Lernen, auch soziales Lernen, ist ein Prozeß von Versuch und Irrtum, der sich mit Hilfe von Erkenntnis, der geteilten anderer, und der eigenen beschleunigen läßt.

Neben diesem vielversprechenden Projekt gibt es natürlich eine Reihe von kleinen Tricks, um kurzfristig die soziale Kompetenz zu steigern. Der italienische Wirtschaftswissenschaftler Pareto ist für seinen 20:80 Ansatz berühmt geworden. In vielen Bereichen reicht ein verhältnismäßig geringer Aufwand, eben 20%, um ein gutes, 80%iges Ergebnis zu erzielen. Wer sich um die 20% der wichtigen Kunden kümmert, erzielt oft 80% des Umsatzes. Ähnliche Beispiele gibt es in anderen Bereichen. So gibt es auch Hoffnung, daß man mit wenigen Veränderungen in der Kommunikation seine soziale Außenwirkung deutlich verbessern kann. Es ist an dieser Stelle ratsam sich auf den ersten Eindruck zu konzentrieren.

Das menschliche Gedächtnis merkt sich besonders gut Dinge, die am Anfang eines Prozesses stehen. Legt man einem eine Reihe von Begriffen vor, die man erinnern soll, behalten Menschen die ersten und die letzten Teile besonders gut. Das läßt sich auch in der Kommunikation nutzen. Der erste Eindruck zählt. Wer hier gewinnt, gewinnt die Sympathie des Gegenübers und wird als sozial kompetent eingeschätzt.

Bevor man eine soziale Interaktion beginnt, sollte man sich in eine positive Grundstimmung versetzen. Manchmal gelingt das durch eine kleine Atemübung oder einfach durch die Erinnerung an ein komisches Ereignis vom Wochenende. Wem das nicht hilft, schaut sich ein Filmchen mit den Marx Brothers an, bis er fündig wird. Den fröhlichen Gedanken im Kopf und den passenden Ausdruck im Gesicht geht man nun auf andere zu. Die positive Ausstrahlung wird empfangen und die Kommunikation verläuft unter einem komisch glücklichen Stern. Ergänzend schaut man seinem Gesprächspartner tief in die Augen, um seine Augenfarbe zu erkennen. Dieser intensive kurze Blickkontakt signalisiert echtes Interesse und wird als Wertschätzung empfunden. Wenn man jetzt noch den Mut hat, etwas Nettes über den anderen zu sagen, übertrifft man die 20% schon deutlich. Lachen im Herzen, intensiver Blickkontakt und „Mir gefällt ihr Schnurrbart. Wo bekomme ich so etwas?“ lassen jeden schnell sozial kompetent wirken. Es beginnt ein positiver Kreislauf von Interesse und Anerkennung, der sich elegant aufschaukelt und mit einem guten Gefühl endet.

Der Anfang ist der wichtigste Teil, sagte Platon. Klein anfangen, 20% anpeilen, bei 80% landen und mit gutem Gefühl einen Trainingsprozeß zu beginnen, ist das Erfolgsrezept für eine effektive soziale Kompetenz, die viel Spaß machen wird.

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