Glocken der Achtsamkeit und Stressprävention

Achtsamkeit bedeutet nicht wertend im Hier und Jetzt zu sein. Wer achtsam ist, nimmt die Dinge um sich herum bewusst wahr. Er macht das, was die Zenpriester, seit Jahrhunderten empfehlen. Er isst, wenn er isst. Er geht, wenn er geht. Er sitzt, wenn er sitzt.

Der Alltag verleitet den modernen Menschen immer wieder zur Selbstentfremdung. In Gedanken ist er in der Zukunft oder in der Vergangenheit. Er beschäftigt sich mit Dingen, die nicht so gut gelaufen sind und macht sich
Sorgen über die Herausforderungen von morgen. Dabei verliert er den Augenblick und auch die Chance, genuss- und sinnvoll am Leben teilzuhaben.

“Glocken der Achtsamkeit” können helfen, dieser Entfremdung und dem damit verbundenen Stress für Momente zu entfliehen. Sie erinnern einen an das, was jetzt gerade ist. Sie erden neu.

Solche Glocken der Achtsamkeit können immer wiederkehrende Signale aus der Umwelt sein. Naheliegend ist es, sich an Kirchenglocken zu orientieren. Wenn man die Glocken der nächsten Kirche hört, gönnt man sich einen Moment der Ruhe. Man schließt die Augen und stellt sich Fragen wie:

1. Wie fühle ich mich gerade?

2. Welche Gedanken schicke ich durch mein Bewusstsein?

3. Wie fühlt sich mein Körper gerade an?

Das Bewusstsein lässt sich natürlich auch auf anderes ausweiten. Handlungen, Dinge und die Beziehungen zu anderen Menschen können Achtsamkeit erfahren.

Die “Glocken” erinnern uns. Sie machen uns aufmerksam. Das Klingeln im Nachbarbüro kann eine Glocke sein. Schritte im Treppenhaus. Das Piepsen des Weckers. Das Lächeln eines Menschen. Das Geräusch des Wassers auf der Toilette. Ein Sonnenstrahl, der sich an einem grauen Herbsttag ins Zimmer zaubert. Das “Bing” des Aufzugs. Das Bellen eines Hundes. Das Grummeln im Magen.

Die Aufmerksamkeitssignale können natürlich auch wechseln. Schon die Wahl einer “Glocke” beinhaltet Achtsamkeit. Man wird sich seiner Umwelt bewusster. Man hört genauer hin. Man sieht, was man vorher nicht gesehen hat. Wer seinen “Glocken” findet, findet auch seine Achtsamkeit.

Hilfen auf diesem Weg gibt es viele. Die Krankenkassen bezuschussen die klassischen MBSR-Kurse und auch viele andere Formen der Stressprävention. Informationen finden sich auf den Webseiten der Kassen (Beispiel TK). Der MBSR Verband liefert einen Überblick praktizierender Dozenten.

Im Kurse Easy Stressmanagement gibt es mehrere Blöcke, die Methoden der Achtsamkeit mit anderen effektiven Ansätzen der Stressprävention kombinieren. Der nächste Kurs ist am 25./26. November 2017 im Berlin Prenzlauer Berg.

 

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