Fasten und Genießen

Anfang des Jahres machen sich viele Menschen Gedanken, was sie in ihrem Leben zum Besseren verändern könnten. Nicht selten betrifft das auch Themen der Ernährung. Die Klassiker hier lauten: Ich will mit dem Rauchen aufhören oder auch ich will mich gesünder ernähren. Grundsätzlich kann man aus Sicht eines Anti-Stress-Beraters beides nur unterstützen. Körper, Geist und Seele bilden natürlich eine Einheit und wer seinen Körper pflegt, steigert seine Widerstandsfähigkeit, sowohl körperlich als auch mental.

Zur Zeit gibt es eine Art Hype um das Thema Intervallfasten. Dahinter verbirgt sich die Idee, nur zu einem bestimmten Zeitraum am Tag zu Essen, beispielsweise innerhalb eines Zeitfensters von 8 Stunden. Das nennt sich dann 16:8 Methode. 16 Stunden verzichtet man auf Essen und in den restlichen 8 Stunden ernährt man sich “normal”. Das Ganze soll funktionieren, weil bei regelmäßiger, über den gesamten Tag verteilter Ernährung, das Hormonsystem übersteuert wird und so das Empfinden von Hunger und Sattheit aus dem Gleichgewicht gerät. Fasten ist in diesem Sinne wie vorsichtiges Bremsen. Man bringt das Hormonsystem wieder auf Kurs, der Körper lernt wieder zu erkennen, wann er tatsächlich hungrig ist und neue Energie braucht, wenn er eine Zeitlang auf Nahrung verzichtet. Erste Studien versprechen positive Effekte insbesondere bei Bluthochdruck und Diabetes. Menschliche Probanden berichten, daß sie sich insgesamt fitter und geistig leistungsfähiger fühlen. Fasten in dieser Form könnte also eventuell bei der allgemeinen Stressreduktion hilfreich sein.

Auf der anderen Seite hört man aber auch immer wieder von dem sogenannten “Curry-Wurst-Effekt”. Dabei gilt die Curry-Wurst als Fast-Food und Inbegriff für minderwertige Ernährung. Doch wer hat nicht schon einmal diesem Laster gefrönt und es genossen. Das ist sozusagen die andere Seite der Medaille: Genuß. Den meisten Menschen fallen recht schnell Dinge ein, die ihnen Freude bereiten, die aber von Gesundheitsgurus und Moralaposteln tabuisiert werden. Das Stück Torte mit Extra-Sahne oder ein Glas Wein zu viel oder eben die Curry-Wurst zwischendurch.

Vom Standpunkt des Stressmanagements muß man sagen, daß beides seine Berechtigung hat. Gesunde Ernährung stärkt Körper und Geist. Genuß verleiht ihm dann sogar noch Flügel. Auf die rechte Mischung kommt es sozusagen an. Letztendlich lassen sich langfristige positive Veränderungen aber auch nur schwer ohne Disziplin und Lebensfreude denken. Wer etwas in seinem Leben verändert wird mit großer Wahrscheinlichkeit eine Portion Überwindung und Selbstdisziplin brauchen. Damit die Veränderungen aber dauerhaft umgesetzt werden, sollten es möglichst zeitnah eine positive Rückkoppelung geben. Die Veränderung sollte Spaß machen. Man sollte sein neues Leben genießen.

Deshalb wäre es interessant und wünschenswert tatsächlich Fasten, Zeiten der Selbstkontrolle, mit Phasen des Genusses zu mischen. Fasten und Genießen könnten wie Ying und Yang sein, zwei unterschiedliche Energien, die in ihrer gemeinsamen Wirkung zu einem Leben in Disziplin-Genuß-Balance, am Ende sogar zu Work-Life-Balance führen.

Tips zum Thema gesunde Ernährung, Selbstmanagement und Genußtraining findet man in den Kursen Easy Stressmanagement und Easy Stressmanagement für Führungskräfte.

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