Die gestresste Führungskraft

Ein Blick in die wissenschaftliche Literatur zur Stressbelastung von Führungskräften macht Hoffnung. Tatsächlich ist es oft das Gefühl der Kontrollierbarkeit, das potentielle Stressoren entkräften kann. Wer in der Lage ist, widrige Bedingungen zu verändern, wer also Macht über das hat, was ihn stresst, kommt in der Regel besser mit dem Stress zu recht. Ja, man leidet weniger unter Stress, wenn man weiß, daß man sich nicht damit abfinden muß.

Trotzdem birgt die Führungsrolle natürlich besondere Belastungsfaktoren, die sich leicht zum Burn-Out auswachsen können. An erster Stelle stehen hier vielleicht solch imaginäre Faktoren wie Führungsideale. Wie eine Führungskraft idealerweise zu sein hat, erfährt man in unzähligen Büchern und in der Kombination mit Rollenspielen in den passenden Workshops für Führungskräfte. Dort lernt man, daß soziale Kompetenz und Begeisterungsfähigkeit moderne, transformationale Führung, begründen. Selbstverständlich haben Chefs neben dieser Kommunikations- und Inspirationsaufgabe auch fachlich auf dem neuesten Stand zu sein. Ihr Engagement spiegelt sich last but not least in einer zeitlichen Investition am Arbeitsplatz wieder. Der perfekte Chef kommt als erstes und geht als letztes. Er ist vieles, aber sicher kein Vorbild für Work-Life-Balance. Oder vielleicht doch? Ja, vor dem Hintergrund psychischer Belastungen am Arbeitsplatz und einem Gesundheitsmanagement state of the art sollte die Führungskraft natürlich auch gesund leben, engagiert arbeiten, fachlich ein Überflieger sein und als Guru seiner Mitarbeiter taugen. Es ist nicht verwunderlich, daß dieser Anspruch demjenigen, der ihm nacheifert, Kopfzerbrechen bereiten kann.

Stress ist nicht immer Kopfsache, doch in der Tat sehr oft. Wer die falschen Ideale oder Ziele verfolgt, dem helfen oft auch kein Zeitmanagement, keine ausgefeilten Konfliktlösungstechniken und kein Entspannungsverfahren mehr. Der Schlüssel raus aus der Stress-Falle, der Weg raus aus dem Burn-Out, heißt tatsächlich: „In sich gehen“, Selbstreflexion, Loslassen lernen und konsequente Achtsamkeit für sich selbst.

In einem Stressmanagement-Kurs für Führungskräfte geht es deshalb besonders um die Reflexion der eigenen Ansprüche an sich als Führungskraft.  Jede Führungskraft führt als erstes sich selbst. Wie führen sie sich selbst? Lautet also die zentrale Frage.  Loben sie sich nur, wenn sie 150% bringen? Sind Sie nur mit sich zufrieden, wenn Sie alle erreichen und begeistern? Verlangen Sie absolute Kontrolle von und über sich selbst?

Kontrolle und Macht können Stress senken, wie es eingangs hieß. Die Akzeptanz der Nicht-Kontrolle, situative Demut und Freude an der Machtlosigkeit helfen ein gleich-gewichtiges gutes Leben zu Führen. Frei von Stress, muß dabei gar nicht das Ziel lauten, denn Stress in Maßen kann auch Freude machen. Kontrolle über den eigenen Stress sollte aber in den Ohren jeder Führungskraft höchst verlockend klingen. Und wenn Sie sich jetzt sagen: „Go for it!“ sind sie vielleicht schon wieder im Lead. Im Kurs Stressmanagement für Führungskräfte erfahren sie mehr zum Thema mit vielen praktischen Übungen und regen Austausch im Führungskreis. Stressmangement für Führungskräfte am 17/18. Oktober in Berlin Prenzlauer Berg.

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